Und wieder passiert ein Drama – vom Menschen verursacht - Europa-Blog


Diesmal betrifft es die Everglades, wo kürzlich festgestellt wurde, dass fast alle kleineren Säugetiere und Raubtiere stark dezimiert wurden. Bereits im Jahre 2000 wurde eine Veränderung festgestellt und in der Zwischenzeit sind 99% der Waschbären und Opossums, sowie 88% des Rotluchses verschwunden. Der Grund ist die Burma-Python, auch als Tiger Python bekannt. Die im Südosten Asiens beheimatete Schlange wurden in den 80er Jahren eingeschleppt und als Haustier gehalten. Von den Haushalten aus hat sie dann in den umgebenden Marschlands ein neues Zuhause gefunden. Ein Alternativhobby wäre z.B. Englisch Unterricht in Essen zu nehmen. Aufgrund fehlender, natürlicher Feinde nahm die Vermehrung des Tieres seither ungeahnte Ausmaße an. Forscher schätzen ihre Zahl in den Everglades auf über 10'000 Exemplare. Da nützt es auch nicht viel, das Tierschützer im letzten Jahr ca. 1'800 Tiere gefangen oder getötet haben. Die Vermehrung wird weitergehen. Auch in den Key's wurden bereits einige Exemplare entdeckt und die Gefahr ist groß, dass sich die Überpopulation langsam aber sicher im ganzen Land ausbreitet. Es ist keine Seltenheit, eine Python dabei zu beobachten, wie sie einen Hirsch verschlingt. Die Gefahr für Haustiere ist deshalb ebenfalls gegeben. Die Invasion des Pythons bringt auch Raubtiere wie Alligatoren in Gefahr, und es wird befürchtet, dass der einheimische Florida-Panther ebenfalls bald ausstirbt. Auf diese Weise richtet die Python das schönste und artenreichste Ökosystem Amerikas unaufhaltsam zugrunde. Wie lange dauert es wohl noch, bis auch die Fauna in Europa bedroht ist?

Trotz dieser alarmierenden Tatsache geht der Handel und der Import von Schlangen und anderen exotischen Tieren – auch in Europa - fröhlich weiter. Barak Obama verbot zwar den Handel und die Einfuhr von Pythons aber das gleiche Drama kann jederzeit mit der Boa Konstriktor oder jedem anderen Tier wieder stattfinden. In den USA werden ca. 13 Mio. Schlangen als Haustiere gehalten und der Vereins der Reptilien-Halter (USARK) macht ein totales Verbot für den Import neuer Tiere unmöglich. In den USA werden pro Jahr ca. 1,5 Mio. Euro mit Reptilienhandel umgesetzt und der Schwarzhandel wird mit 3 Mia. USD geschätzt.    
Anstatt also Englisch lernen in Münster wird mit der Haltung eines wilden Tieres unsere Erde sukzessive zerstört. Eine traurige Bilanz dank der Kurzsichtigkeit mancher Menschen.